Neuigkeiten
01.07.2010 Quelle: Westfalenpost Warstein
Trinken, trinken, trinken

Bei diesen Temperaturen kann man garnicht genug trinken: Dr.
Rolf Cramerm, Chefarzt im Krankenhaus Maria Hilf empfiehlt
mindestens zweieinhalb Liter Flüssigkeit am Tag.
Warsteiner Chefarzt gibt Hitze-Tipps / Das schöne Wetter belebt die Sinne / Etwas langsamer
Von Hans-Albert Limbrock
Warstein. Der Hochsommer hat uns in seinem Schwitzkasten. Auf der nach oben offenen Temperaturskala werden auch an diesem Wochenende Rekordwerte verzeichnet. Aber nicht für alle Menschen sind Hitze und Supersonne ein Segen, wie Dr. Rolf Cramer, Leiter der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Maria Hilf, zu berichten weiß.
Seit Donnerstag sind die Fallzahlen sprunghaft angestiegen. „Es ist ein Wahnsinn, wie viele Menschen seitdem mit den typischen Hitzebeschwerden eingeliefert worden sind“, erklärt der Mediziner. Eine Vielzahl von ihnen hätte dabei keiner ärztlichen Hilfe bedurft, „wenn die Fürsorge adäquat gewesen wäre.“ Das Hauptproblem: Viele Menschen, vor allem Ältere, trinken einfach zu wenig. Dr. Cramer: „Die Trinkmenge muss in diesen Tagen deutlich erhöht werden. Man kann deshalb nur den Rat geben: Trinken, trinken, trinken.“
Mindestens zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit sind notwendig, damit unser Körper auch bei diesen Saunatemperaturen funktioniert. Vorzugsweise sollte man zu Mineralwasser oder Tee greifen. „Aber abends“, so Dr. Cramer, darf es auch einmal ein kühles Bier sein. Wichtig ist auch hier, dass man das in Maßen tut und nicht übertreibt.“ Menschen, die auf die regelmäßige Einnahme von Herz-Kreislauf- Mitteln angewiesen sind, rät der Warsteiner Arzt zudem, mit ihren Hausärzten Kontakt aufzunehmen. Denn viele dieser Medikamente enthalten entwässernde Substanzen. Dr. Cramer: „Der Hausarzt kann klären, ob diese Mittel während der Hitzeperiode nicht anders dosiert werden können.“ Auf keinen Fall aber sollte man sein Medikament eigenständig absetzen: „Das wäre geradezu fahrlässig.“
Und noch etwas ist dem erfahrenen Arzt wichtig: Alles ein wenig ruhiger angehen lassen. Das gilt auch für sportliche Aktivitäten: Weniger ist in diesem Fall mehr. „Es macht Sinn, zum Beispiel das Laufen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. “Dr. Cramer selbst läuft allabendlich noch eine kurze Runde von etwa drei Kilometern: „Aber meistens erst gegen 22 Uhr.“
Im übrigen sollte man die Hitzewelle nicht nur verteufeln, denn sie hat auch ihre guten Seiten: Zum Beispiel gehen Gelenkschmerzen deutlich zurück. „Und“, so Dr. Cramer, „das schöne Wetter belebt unsere Sinne.“ Denn spätestens nach den nächsten Tagen Dauerregen werden wir alle wieder fragen: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“
01.07.2010 Quelle: Warsteiner Anzeiger
Mitarbeiter und Banken helfen „Maria Hilf" auf Weg zu GmbH
Zum 1. Juli neue Gesellschaft am Zug - „Frisches Geld" - Schwarze Zahlen ab 2014? Dr. Rüdiger Blackstein übernimmt ärztliche Leitung - Hoffnung auf Gesamtkonzept
Das Paket ist geschnürt. Aus Sicht des Stiftungsvorsitzenden Peter Krämer sind die Weichen gestellt, dass das finanziell notleidende Krankenhaus „Maria Hilf“ ab heute mit 49-prozentiger Beteiligung der „Deutschen Klinik-Union“ (DKU) in die GmbH als neue Gesellschaftsform startet. „Ich bin zuversichtlich, dass unser Gesamtkonzept aufgeht und dass wir ab 2013 oder 2014 schwarze Zahlen schreiben“, so Peter Krämer. Mit dem heutigen 1. Juli übernimmt Chirurgie-Chefarzt Dr. Rüdiger Blackstein nach Beschluss des Ärzte-Kollegiums die Ärztliche Leitung.
In der vergangenen Bruderschaftsversammlung waren die Grundsatzentscheidungen für den neuen Weg als GmbH mit Beteiligung der DKU beschlossen worden. Um dieses Ziel zu erreichen, bedurfte es erheblicher Vorleistungen. Zum einen galt es, Personalkosten zu senken ohne Stellen abzubauen, und zum anderen mussten die Banken dem Konzept zustimmen. In beiden Fällen vermeldete Peter Krämer jetzt Vollzug. Zwar wurden die Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di abgebrochen, weil diese sich weigerte, einen Haustarif zu vereinbaren.
„Wir brauchen für unsere Planungen aber längere Laufzeiten.“ Man habe den Weg von Individualverträgen mit den Mitarbeitern gewählt. „Wir hatten einen Rücklauf von 90 bis 95 Prozent“, zeigte sich Krämer zufrieden. Allerdings mussten die Mitarbeiter eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden hinnehmen. Zudem habe es „in der Spitze einen moderaten Gehaltsverzicht gegeben“, so Krämer. Insgesamt liege das Lohnniveau im „Maria Hilf“ aber auch, zukünftig über dem AVR-Tarif, der beispielsweise bei der Caritas bezahlt wird. Geregelt wurde auch in diesem Zuge auch, wie mit dem nach wie vor ausstehenden Weihnachtsgeld 2009 umgegangen werden soll. „Wenn unser Haus schwarze Zahlen schreibt, wird das gestundete Geld nachträglich ausgezahlt“, so Krämer. Keine Nachteile und auch keine Entlassungen habe es für die Mitarbeiter gegeben, die nicht zugestimmt haben. „Wir planen keinen Stellenabbau, im Gegenteil, wir wollen in Zukunft sogar einstellen“. Schließlich wolle das Krankenhaus sein Leistungsspektrum vergrößern, um wirtschaftlicher zu werden.
Angesichts der schlechten Finanzlage und der fehlenden Liquidität brauchte das Haus eine finanzielle Stärkung. „Wir haben frisches Geld bekommen“ freute sich Peter Krämer. Geschäftsführer Dr. Vatteroth dankte Volksbank und Sparkasse für die Hilfe. Auch sei, so Peter Krämer, eine weitere Bank eingestiegen. Zudem habe die DKU ein Darlehen gegeben. „Sie geben Geld auf Risiko rein“. Dies zeige, dass die DKU als Anteilseigner ein nachhaltiges Interesse habe, das Engagement in Warstein zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu führen.
GmbH ab 1.7.
Mit 49-prozentiger Beteiligung der privaten und inhabergeführten „Deutschen Klinik-Union GmbH“ (Gesellschaftsführer Dipl.-Kfm. Dr. rer. soc. Armin P. Wurth und Dr. med. Dietmar Stephan) geht heute die „Krankenhaus Maria-Hilf gGmbH“ an den Start. Die Mehrheit von 51 Prozent bleibt bei der „Selbstständigen Stiftung des privaten Rechts Maria Hilf“ mit Peter Krämer als Vorsitzenden des Stiftungs-Vorstandes. Die neue GmbH wird die Gemeinnützigkeit wegen der Beteiligung des Privatunternehmens abgeben. Geschäftsführer ist Dr. Hans-Christian Vatteroth, die Ärztliche Leitung hat seit heute Dr. Rüdiger Blackstein.
01.07.2010 Quelle: Westfalenpost Warstein
Ab heute ist "Maria Hilf" eine GmbH
Warstein. (Lim) Patienten und Mitarbeiter werden es nicht wirklich merken: Aber heute ist für das Krankenhaus „Maria Hilf“ ein historisches Datum, denn mit dem 1. Juli wird das Krankenhaus in eine GmbH überführt. „Das“, so Verwaltungsleiter Dr. Hans-Christian Vatteroth ist ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Sanierung. Damit können wir nun die im April in der Bruderschaftsversammlung beschlossenen Maßnahmen auch umsetzen.“
Ein besonderes Lob zollt Vatteroth den Klinik-Mitarbeitern: „Es ist unglaublich, mit welchem Engagement sie sich den Herausforderungen stellen.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Banken (Volksbank und Sparkasse) laufe ganz hervorragend: „Die Liquidität ist zu jedem Zeitpunkt gesichert, die Gehälter und Löhne werden pünktlich gezahlt.“ Eine Insolvenz des Krankenhauses ist damit (vorläufig) vom Tisch.
Unterdessen sieht Vatteroth das Krankenhaus auf einem guten Weg, auch bei den Bürgern und damit bei den Patienten wieder deutlich an Vertrauen zu gewinnen: „Die Fallzahlen sind sehr erfreulich.“ Während im Januar und Februar noch ein leichter Verlust registriert wurde, konnte sich die Patientenzahl schon von März bis Mai stabilisieren. „Im Juni haben wir im Vergleich zum Vorjahr bereits einen Anstieg von erfreulichen 25 Prozent.“
Offenbar gehe das vorgestellte Zukunftskonzept an dieser Stelle bereits auf. Dr. Vatteroth: „Wir wollen die wohnortnahe Versorgung der Bürger aus Warstein, Rüthen und dem Möhnetal langfristig sicherstellen.“
26.04.2010 Quelle: Westfalenpost Warstein
Keine Angst mehr vor der Endoskopie
"Tag des Darmes" im Krankenhaus "Maria Hilf"

Den eigenen Körper besser kennen lernen: Das begehbare Darmmodell stieß ebenso auf großes Interesse wie die Informationen von Ernährungsberaterin Brigitte Beule. Dr. Lutz Humpert erklärte die Arbeitsweise mit dem Endoskop.
WARSTEIN Oft wechselnde, harte und weiche Stühle, ungewollter Gewichtsverlust, Stuhldrang, der dann doch nicht zur Entleerung des Darms führt oder Übelkeit und Bauch schmerzen — all das können, neben Blut im Stuhl, Symptome dafür sein, dass etwas mit unserem Verdauungsorgan nicht stimmt.
Umfangreiche Aufklärung über Krankheiten, Behandlungsmethoden und Vorbeugung nutzten am Samstag zahlreiche Besucher in der Endoskopieabteilung des Krankenhauses „Maria Hilf”. Unter der Leitung von Dr. Wolfgang Philipp, Chefarzt der Chirurgie und der Onkologie, Oberarzt der Inneren Abteilung Dr. Lutz Humpert und Ernährungsberaterin Brigitte Beule beteiligte sich die Einrichtung am bundesweiten „Tag des Darmes” mit informativen Vorträgen und Vorführungen zum Thema.
„Darmkrebs kommt häufiger vor, als man denkt”, appellierten die Mediziner an die Besucher, die Vorsorgemaßnahmen der Krankenkassen zu nutzen. Da ab einem Alter von 50 Jahren das Darmkrebs Risiko steige, sollte spätestens dann der Stuhl auf Blut unter sucht werden. Ab 55 wird die Darmkrebsvorsorge noch einmal erweitert. So kann man entscheiden, ob man seinen Stuhl alle zwei Jahre testen lässt oder lieber zwei Darmspiegelungen vornimmt. Diese würden im Abstand von zehn Jahren durchgeführt werden.
Genetisch Vorbelastete, Zuckerkranke oder Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen können nach Absprache mit ihrem Arzt und der Krankenkasse auch schon früher und/oder häufiger ihren Darm spiegeln lassen. Denn:„Macht ein bösartiger Tumor erst einmal Symptome, ist er oft schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Der Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebsart. Jährlich erkranken bundesweit 60000 Menschen daran.” Dabei sei die Spiegelung eine sehr sichere Präventionsmaßnahme, so Dr. Philipp. Im Frühstadium erkannt, verringere sie das Risiko, daran zu sterben, um 75 bis 90 Prozent.
Aber längst nicht immer muss eine bösartige Geschwulst die Ursache für die Pein im Bauch sein. Wuchernde Polypen oder Entzündungen, wie etwa bei der Divertikulitis, einer Ausstülpung der darmeigenen Schleimhäute, können ebenfalls mit massiven Beeinträchtigungen des täglichen Lebens einhergehen.
„Wann empfehlen Sie einen operativen Eingriff bei diesem Krankheitsbild?”– „Wie groß sind die Risiken einer Verletzung mit dem Endoskop?” – „Sollte ich bei vermehrten Blähungen auf Kohl und Co. verzichten?” – Vielen unterschiedlichsten Fragen stellten sich die Fachleute. Auf besonders breites Interesse stießen anschließend auch die praktischen Ernährungstipps von Brigitte Beule. Nachweislich gebe es einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von bösartigen Darmerkrankungen und dem Genuss von rohem oder „rotem” Fleisch, informierte die Ernährungsberaterin.
Sie machte außerdem deutlich, wie wichtig der regelmäßige Verzehr von ballaststoffreichen Nahrungsmitteln, kombiniert mit ausreichend Flüssigkeit und regelmäßiger Bewegung, sei. Reduzieren sollten hingegen vor allem Divertikulitis-Patienten den Genuss von faserreichen Obst und Gemüse.
Was passiert, wenn Ballaststoffe zu „trocken” verdaut werden, zeigte eines der eindrucksvollen, visuellen Experimente: Kleie mit Joghurt vermischt dickte in kurzer Zeit zu einem zähen Brei ein – „pures Gift” für einen gestörten Darm.
Die Angst vor dem Endoskop nahm Dr. Philipp den (zukünftigen) Patienten durch eine detaillierte Demonstration. Highlight des „Darmtages” war – neben einer Magenspiegelung am Puppenmodell – ein begehbares, übergroßes Darmmodell. Sämtliche Anormalitäten konnten hier genau in Augenschein genommen werden. Pizzagroße Wucherungen und Polypen aus Hartplastik ermöglichten den Besuchern so eine bessere Vorstellung dessen, was sonst in ihrem Körperinneren verborgen ist.
17.04.2010 Quelle: Warsteiner Anzeiger
Zu Fuß durch ein 8 Meter langes Darmmodell
Krankenhaus "Maria Hilf" lädt Bevölkerung zum "Tag des Darms" am 24. April ein
"Wir wollen zeigen, auf welch hohem Standard wir sind bei der Behandlung von Darmerkrankungen"
Tag des Darms am 24.April
10.00 Uhr Vortrag „Darmkrebs kommt häufiger vor, als man denkt“
mit Dr. Wolfgang Philipp
10.30 Uhr Vortrag „Wenn es im Bauch zwickt“ Vorsorgeuntersuchungen
bei Dickdarmerkrankungen mit Dr. Lutz Humpert
11.00 Uhr Demonstration in der Endoskopieabteilung und Besichtigung
des begehbaren Dickdarms mit Erläuterungen am Modell
12.00 Uhr Vortrag „Darmerkrankung - Wie ernähre ich mich richtig?“
Divertikulitis und Diätberatung mit Brigitte Beule und Dr.
Wolfgang Philipp
12.30 Uhr Demonstration in der Endoskopieabteilung
14.30 Uhr Vortrag „Darmkrebs kommt häufiger vor, als man denkt“
15.00 Uhr Vortrag „Wenn es im Bauch zwickt“
15.30 Uhr Vortrag „Darmerkrankung - Wie ernähre ich mich richtig?“
16.00 Uhr Demonstration in der Endoskopieabteilung

Dr. Wolfgang Philipp, Brigitte Beule und Dr. Lutz Humpert
freuen sich aif den "Tag des Darms"
WARSTEIN „Wir wollen die Bürgerinnen und. Bürger aus Warstein, Rüthen und der Umgebung darüber informieren, welches Spektrum wir Darmerkrankungen bieten können. Wir wollen zeigen, auf welch hohem Standard wir sind bei der Behandlung von Darmerkrankungen", lädt Klaus Wohlmeiner, Pflegedienstleiter des Krankenhauses Maria Hilf, die Bevölkerung für Samstag, 24. April, von 9.30 bis 17 Uhr zum „Tag des Darms" ein.
Optisches Highlight", so Wohlmeiner, wird ein 8 Meter langes, begehbares Darmmodell sein, „da kann man ganz viel zeigen." Bei den Begehungen wird es auch ausgiebige Erläuterung über Funktionsweisen und Erkrankungen des Darms geben.
Ein weiteres „optisches“ 'Angebot wird eine Vorführung einer Darmspiegelung mithilfe einer lebensechten Puppe in der Endoskopieabteilung sein. „Für technisch Interessierte haben wir ein Darmspiegelgerät im Querschnitt besorgt", berichtet Dr. Lutz Humpert, Facharzt für Gastroenterologie in der Inneren Medizin. In einem Vortrag wird er über Vorsorgeuntersuchungen bei Dickdarm-Erkrankungen berichten.
Der neue Chefarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. med. Wolfgang Philipp, wird unter dem Titel „Darmkrebs kommt häufiger vor als man denkt" über die operative Behandlung von Darmerkrankungen referieren. Die zweithäufigste Krebsart bei Männern, sei „vorsorgetechnisch einer der am besten abgedecktesten Erkrankungen", erklärt Dr. Humpert.
In einem weiteren Vortrag werden Brigitte Beule, Ernährungsberaterin und Leiterin der Krankenhausküche, und Dr. Philipp auf die richtige Ernährung bei Darmerkrankungen eingehen.
Durch das Zusammenspiel von Mitarbeitern aus Innerer Medizin und Chirurgie sowie Ernährungsberatung will das Krankenhaus Maria Hilf auch zeigen, wie wichtig das Zusammenspiel der verschiedenen Abteilungen bei Diagnose und Behandlung von Krankheiten ist.
17.04.2010 Quelle: Westfalenpost Warstein
Kooperation mit Deutscher KlinikUnion
Maria Hilf mit dem Rücken zur Wand

Aufmerksam verfolgten die Bruderschafts-Mitglieder die Ausführung von Dr. Wurth (stehend)
Warstein. Eine deutliche Menge hat sich Donnerstag nach über zweistündiger Diskussion für eine enge Kooperation zwischen dem Krankenhaus Maria Hilf und der Deutschen KlinikUnion und der Deutschen KlinikManagement ausgesprochen.
Schnörkellos. Ungeschönt. Direkt und fast schon brutal: Derart desaströs hatten sich die Mitglieder der Warsteiner Hospital-Bruderschaft die Lage des Krankenhauses „Maria Hilf” vermutlich nicht vorstellen können - und vielleicht auch nicht wollen.
Vor der Insolvenz
Mit fast schon chirurgischer Präzision wurde die Zukunft, die das Krankenhaus ohne Einstieg eines potenten Partners noch hat, von Dr. Dietmar Stephan, Dr. Armin P. Wurth (DKU/DKM) und von Hans-Christian Vatteroth, dem kaufmännischen Leiter, seziert. Ihr ernüchterndes Fazit: Das Krankenhaus ist klinisch tot.
Eine Chance
Nur durch die bisher erfolgten Wiederbelebungsversuche der Investoren und der beteiligten Banken (Volksbank und Sparkasse) gibt es überhaupt noch eine Überlebenschance. „Die Situation ist sehr viel prekärer, als wir das zunächst gedacht haben. Das Haus steht immer noch kurz vor der Insolvenz”, räumte Dr. Wurth ein. Nur aufgrund intensiver Gespräche mit den Banken und aufgrund des freiwilligen Verzichts auf Weihnachtsgeld, Abschlägen beim Gehalt und dem Aussetzen tariflicher Lohnerhöhungen ist sichergestellt, dass bis Ende Juni die Gehälter gezahlt werden. Insgesamt steuern die 240 Mitarbeiter 1,1 Millionen Euro zur Klinik-Sanierung bei.
Lohnverzicht
„Das war für viele Mitarbeiter nicht einfach, das zu verdauen”, erklärte Dr. Vatteroth und bedankte sich gleichzeitig bei seinem „engagierten Team”. Durch den Einstieg von DKU/DKM soll das Krankenhaus möglichst schnell wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht werden. Spätestens 2013, so die Vision, sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden, von denen dann auch die Mitarbeiter profitieren sollen. Insgesamt 4 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um das Traditions-Krankenhaus zukunftsfähig zu machen.
Zukunftsfähig
„Wenn man die Zukunft positiv gestalten will, muss man ein bisschen verrückt sein”, motivierte Dr. Vatteroth, auch über ungewöhnliche Ideen nachzudenken. Ein wesentliches Kennzeichen des Zukunftskonzeptes ist der „Ausbau zum medizinischen Fach- und Kompetenzzentrum”, das eine „Wohnortnahe Versorgung in Warstein und Rüthen” sicherstellt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird es keinen weiteren Personalabbau geben. Vatteroth: „Wir brauchen unsere exzellenten Mitarbeiter.”
Kooperationen
Neben dem Ausbau bestehender Kooperationen (Schulter-Chirurgie, Kardiologie, Neuro-Chirurgie, Nuklearmedizin und Radiologie) spielt auch der Ausbau neuer Kooperationen (Dialyse, Neurologie, Urologie, Logopädie) eine wesentliche Rolle. Dazu zählt auch die intensive Kooperation mit den LWL-Einrichtungen. „Wenn dies alles greift”, so Dr. Vatteroth, „haben wir in zwei Jahren das Tal der Tränen durchschritten.”
16.04.2010 Quelle: Warsteiner Anzeiger
Erste Hilfe... Zeichnung: Kamps
16.04.2010 Quelle: Warsteiner Anzeiger
Krankenhaus-Bruderschaft stimmt Beteiligung der DKU zu
49 Prozent der Geschäftsanteile gehen auf neuen Partner über
Krankenhaus-Mitarbeiter müssen auf 4 bis 8 Prozent ihres Gehaltes verzichten
Hans-Christian Vatteroth, Dietmar Stephan und
Armin P. Wurth abreiten an der Zukunft von Maria Hilf.
Nach fast zweistündiger Versammlung stimmten die
Mitglieder der Bruderschaft der Beteiligung der DKU zu.
WARSTEIN Die Bruderschaftsversammlung des Warsteiner Krankenhauses „Maria Hilf" hat gestern Abend der Übertragung von 49 Prozent der Geschäftsanteile der Maria Hilf GmbH an die Deutsche KlinikUnion (DKU) zugestimmt. Nach langer Diskussion und Zweifeln an der Stärke des neuen Partners überzeugte erst die Meldung von Herbert Grewe, bis zum vergangenen Vorsitzender der Krankenhausstiftung die Mitglieder: „Das ist unsere einzige Chance. Die DKU würde hier nicht investieren, wenn sie keine Zukunft für das Krankenhaus sehen würde." Als Bruderschaftsvorsitzender Walter Schaminet nach fast zweistündiger Sitzung zur Abstimmung schreiten ließ, gab es nur noch wenige Gegenstimmen. Die genauen Vertragsbedingungen werden jetzt ausgehandelt.
Zuvor hatten Dipl. Kaufmann Dr. Armin P. Wurth und Dr. med. Dietmar Stephan von der DKU die Bruderschaftsmitglieder versucht, von ihrem Konzept zu überzeugen. Krankenhausleiter Dr. Hans-Christian Vatteroth, kaufmännischer Leiter von Maria Hilf, hatte das gemeinsam mit Banken und DKU ausgearbeitete Zukunftskonzept für das Krankenhaus vorgestellt, das für die Mitarbeiter starke Einschnitte bringen wird. So sollen sie auf 4 bis 8 Prozent ihres Gehalts, zudem in den kommenden fünf Jahren auf das Weihnachtsgeld verzichten, ihre Wochenarbeitszeit wird sich auf 40 Stunden erhöhen. Im Gegenzug sollen sie bei einer positiven Entwicklung des Krankenhauses ab dem Jahr 2013 an möglichen Gewinnen beteiligt werden.
„Wir gehen davon aus, dass das Krankenhaus ab 2013 schwarze Zahlen schreibt", ist sich Armin P. Wurth sicher, „Maria Hilf" mit Beteiligung der DKU in die Gewinnzone bringen zu können. Dies sei dem Unternehmen beim Kaiserin-Auguste-Victoria-Krankenhaus in Ehringshausen bereits geglückt, bei Krankenhäusern in Oberhausen sei man auf dem besten Weg dazu. Kritischen Stimmen zu Unklarheiten bei der Beteiligung und der Kapitaleinbringung der DKU entgegnete er: „Wir möchten hier nicht den Eindruck erwecken, dass wir hier Druck aufbauen." Allerdings sehe er für ein Überleben des Krankenhauses ohne einen Partner kaum eine Chance. „Sie stehen nicht mit dem Rücken zur Wand, sie sind schon halb durch."
Diese Einschätzung bestätigte auch Dr. Vatteroth, der das Krankenhaus immer noch am Rande der Insolvenz sieht. Die Gehälter seien zwar bis Juni durch Zusagen von Volksbank und Sparkasse gesichert, aber eine Verlängerung dieser Zusage ohne ein Zukunftskonzept sieht er nicht.
09.04.2010 Quelle: Westfalenpost
Platz für fünf Facharztpraxen
Angliederung ein "nicht unwesentlicher Bestadnteil der Zukunftskonzeptions"
WARSTEIN Es bedurfte der veränderten Sichtweise eines neu ins Haus eingetretenen, externen Verwaltungsleiters, um im Krankenhaus „Maria Hilf" attraktive Flächen ausfindig zu machen, auf denen zukünftig bis zu fünf Facharztpraxen oder andere medizinische Einrichtungen untergebracht werden können. Dabei brauche in den nächsten drei bis vier Jahren der Vorstandsbeschluss, die Kapelle ins Untergeschoss zu verlegen und diese Fläche für die notwendigen Umbaumaßnahmen zu nutzen, nicht umgesetzt zu werden, sagte gestern Verwaltungsleiter Dr. Hans-Christian Vatteroth zu unserer Zeitung. In jedem Fall sei die baldige Ansiedlung der Facharztpraxen ans „Maria Hilf" ein „nicht unwesentlicher Bestandteil des gesamten Zukunftskonzeptes." Der aktuell erklärte Verzicht auf die Kapellen-Nutzung und auf einen teuren Umbau zu Räumlichkeiten für Facharztpraxen bedeute keinesfalls, dass diese Pläne auf Eis gelegt werden.
Das Zukunftskonzept, bei dem die Übertragung von bis zu 49 Prozent der Trägeranteile an die private Deutsche KlinikUnion (DKU) eine Säule bildet, wird Dr. Vatteroth in der außerordentlichen Bruderschaftsversammlung am Donnerstag, 15. April, um 20 Uhr im Gemeindezentrum Warstein vorstellen. Dr. Vatteroth arbeitet seit 1. Januar im Rahmen des Managementvertrages als DKU-Mitarbeiter am Krankenhaus „Maria Hilf" als Leiter der Verwaltung.
Seit Anfang des Jahres führt Dr. Vatteroth Gespräche mit möglichen Partnern, die sich mit ihren Praxen am Ausbau des Krankenhauses zu einem medizinischen Zentrum beteiligen wollen. Zunächst registrierte er verhaltenes Interesse, doch inzwischen hätte sich die Nachfrage verselbständigt. „Ich habe Gespräche mit fünf latenten Interessenten geführt", so Dr. Vatteroth. Für jeden von ihnen sei wichtig, dass die Zukunft des „Maria Hilf" gesichert sei. „Sie müssen sicher sein, dass wir die nächsten fünf bis zehn Jahre am Netz sind."
Aktuell geht Dr. Vatteroth von drei neuen externen Partnern aus. Auch die hausärztliche Notfallpraxis wird unterzubringen sein, wenn auch mit der Kassenärztlichen Vereinigung trotz der öffentlichen Ankündigung noch keine Verhandlungen stattgefunden haben. Dr. Vatteroth kennt die Anbindung einer solchen Notfallpraxis aber bereits aus seiner Tätigkeit am Düsseldorfer St. Martinus-Krankenhauses und kann sich ein Bild vom Platzbedarf machen.
08.04.2010 Quelle: Warsteiner Anzeiger
DKU vor Einstieg beim "Maria Hilf"
WARSTEIN Die Übertragung der Geschäftsführung zum 1. Januar 2010 war der erste Schritt, zum 1. Juni dieses Jahres könnte die „Deutsche KlinikUnion“ (DKU) sich auch an der Trägerschaft des Krankenhauses „Maria Hilf“ beteiligen. Zur Diskussion steht eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49 Prozent.
Aus diesem Grund lädt die Warsteiner Hospital-Bruderschaft am Donnerstag, 15. April, zu einer außerordentlichen Bruderschaftsversammlung um 20 Uhr ins Gemeindezentrum ein. Hier sollen „die Weichen für eine tragfähige Zukunft des Krankenhauses Maria Hilf gestellt werden“, sagte gestern Bruderschafts-Vorsitzender Walter Schaminet.
Seit Anfang Januar hat Dr. Hans Christian Vatteroth als Mitarbeiter der DKU im „Maria Hilf“ das Sagen. Auch die Ärztliche Leitung, die nach Dr. Jörg Schefflers Wechsel in den Ruhestand vakant war, besetzte die Deutsche KlinikUnion. „Kommissarisch“, wie Walter Schaminet gestern betonte. Der DKU-Geschäftsführer Dr. med. Dietmar Stephan persönlich zeichnet seither für die medizinische Leitung verantwortlich. Dies werde sich aber ab Mitte des Jahres wieder ändern. Dann soll die Ärztliche Leitung wieder aus dem Kreise der heimischen Ärzte besetzt werden.
Bei der Bruderschaftsversammlung soll das Zukunftskonzept für das Maria Hilf vorgestellt werden. Zu diesem Thema werden die beiden DKU-Geschäftsführer Dr. Stephan und Dr. Wulf ausführlich Stellung beziehen. Die Präsentation des Konzeptes übernimmt Dr. Vatteroth. Aktuell geht es darum, fünf neue medizinische Einrichtungen am Krankenhaus unterzubringen, darunter auch das Zentrum für den hausärztlichen Notdienst. Auf Eis liegen dabei zurzeit die Pläne, neue Facharztpraxen ans Krankenhaus anzudocken. Damit soll auch die Kapelle zunächst am bisherigen Platz bleiben. „Für die nächsten drei bis vier Jahre wird sich dort nichts ändern“, sagte gestern Walter Schaminet. Das sei zwischenzeitlich Pastor Thomas Wulf als Leiter des Pastoralverbundes mitgeteilt worden, der die Nachricht zufrieden aufgenommen habe. Wulf hatte die Krankenhauspläne, die Kapelle in das Kellergeschoss zu verlegen, heftig kritisiert.
Walter Schaminet fasste die Lage des Krankenhauses zusammen: „Die Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen und damit einhergehende Strukturänderungen erfordern auch für das Krankenhaus Maria Hilf grundlegende Änderungen. Unsere Zielsetzung lautet weiterhin: den Mitbürgen und Bürgerinnen eine ortsnahe medizinische Versorgung auf hohem Niveau anzubieten und aufrechtzuerhalten.“
08.04.2010 Quelle: Westfalenpost
49 Prozent-Anteil für KlinikUnion
Warstein (Lim) Die Deutsche KlinkUnion möchte 49 Prozent der Anteile vom Krankenhaus "Maria Hilf" übernehmen. Damit bestätigt sich ein Exklusivbericht dieser Zeitung vom November vergangenen Jahres. Am kommenden Donnerstag, 15. April, wird die Warsteiner Hospitalbruderschaft Einzelheiten über die Kooperation erfahren und entsprechende beschlüsse zut Beteiligung fassen. Beginn der Versammlung ist um 20 Uhr im Pankratius-Gemeindezentrum
06.03.2010 Quelle: Westfalenpost
Neuer Verwaltungschef
Perspektive für die Zukunft
Warstein. Hans-Christian Vatteroth ist seit Beginn des Jahres im Auftrag der Deutschen Klinik Management GmbH der neue Verwaltungsleiter des Krankenhauses „Maria Hilf” und damit der Nachfolger von Inge Schoppe.
In einem Gespräch mit unserer Zeitung verriet er nicht nur, für welchen Fußballverein sein Herz schlägt, sondern auch, wie er nach Warstein gekommen ist.
Der Anfang. Der war gleich prägend und liegt 45 Jahre zurück. Damals, als 7-Jähriger, ist Hans-Christian Vatteroth von seinem Heimatort Arnsberg gemeinsam mit seinem Vater nach Warstein gewandert: „Dort haben wir in der Jugendherberge übernachtet. Ein bleibendes Erlebnis.” Es war so etwas wie ein erster Ausflug „in die große, weite Welt.” Solche Kindheitserlebnisse sind es auch, weshalb sich Vatteroth, der inzwischen in Dortmund wohnt, immer noch als echter Sauerländer fühlt: „Wenn ich nach meiner emotionalen Heimat gefragt werde, dann ist das immer noch das Sauerland.”
Im November hat er erstmals „Maria Hilf” aufgesucht. Sein erster Eindruck: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden.” Für ihn sei es stets wichtig, auf ein gewisses Bauchgefühl vertrauen zu können: „Dabei ist es nicht so wichtig, festzustellen, mit wem ich mir eine gute Zusammenarbeit vorstellen kann, sondern vor allem, mit wem es nicht funktionieren wird.” Sein Bauchgefühl in Warstein? „Keine Störungsgefühle.”
Mehr noch: Nach nunmehr acht Wochen als Verwaltungsleiter ist Vatteroth geradezu euphorisch, wenn er auf die Qualität seiner Mitarbeiter zu sprechen kommt: „Ich bin jetzt seit 15 Jahren in diesem Geschäft. Aber ein solch' gutes Personal habe ich in dieser Form noch nirgendwo erlebt.” Darum geht ein ganz großes Kompliment auch an seine Vorgängerin: „Frau Schoppe hat Großartiges geleistet.”
Auch deshalb ist Dr. Vatteroth um die Zukunft des Krankenhauses-Standortes Warstein nicht bang: „Wenn ich von der Zukunftsfähigkeit nicht überzeugt wäre, dann wäre ich doch gar nicht nach Warstein gekommen. Wir sind in vielen Bereichen schon jetzt ganz hervorragend aufgestellt. Vielleicht müssen wir das an manchen Stellen nur noch offensiver und selbstbewusster vermarkten.”
Etwa bei der Chirurgie, wo die Kooperation mit der neurochirurgischen Praxis von Dr. Heinz-Werner Hartfiel sich äußerst fruchtbar auswirkt. Vatteroth: „Alle Formen von Gelenkersatz können wir hier operieren.” Für die „großen Eingriffe” (Hüfte, Knie, Schulter) ist Dr. Wolf-Gerhard Kramme verantwortlich. Er sorgt im Zusammenspiel mit den beiden Chefärzten Dr. Rüdiger Blackstein und Dr. Wolfgang Philipp dafür, dass die Chirurgie über Warstein hinaus einen exzellenten Ruf genießt.
Ähnlich auch die Situation in der Inneren. Durch die Zusammenarbeit mit Dr. Christoph Hülskamp (Kamen) und der Möglichkeit zur Links-Herz-Katheter-Untersuchungen am Klinikum Soest sieht Dr. Vatteroth „Maria Hilf” auch in diesem Segment bestens aufgestellt: „Wir bieten sehr gute Voraussetzungen, um den Menschen in der Region eine wohnortnahe Versorgung bieten zu können.” Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Rolf Cramer möchte der Verwaltungschef dabei den Fokus noch stärker auf die Versorgung geriatrischer Patienten richten.
Ohnehin sieht Vatteroth Chancen, den Standort nicht nur zu stärken, sondern nach vorne zu bringen: „Ich halte es da mit Borussia: Wir müssen in Steine und Beine investieren.” Womit auch geklärt ist, welches sein Lieblingsverein in der Bundesliga ist: „Borussia Dortmund natürlich”, beendet der Dauerkarten-Inhaber jede Spekulation.
Derzeit werden Gespräche mit verschiedenen Ärzten und Organisationen geführt. Angesichts vieler ungenutzter Freiflächen auf dem Klinikgelände sieht Dr. Vatteroth hier noch ein erhebliches Potential: „Man muss auch mal querdenken dürfen. Nur immer auf Bestand und Sicherheit zu setzen, ist ganz sicherlich für die Zukunft zu wenig.”
25.02.2010 Quelle: Westfalenpost
Warstein soll Notfallzentrum werden
Warstein/Dortmund. Das ist die Nachricht des Tages. Und eine gute noch dazu: Warstein wird Notfallzentrum - vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung der Ärztekammer. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) bekannt gegeben.
Dass Warstein noch in die Liste der Notfalldienstpraxen aufgenommen werden würde, war so nicht unbedingt zu erwarten. Vor allem nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Denn noch vor zwei Wochen war den beiden Bürgermeistern aus Warstein und Rüthen, Manfred Gödde und Peter Weiken, bei einem Besuch bei der KVWL signalisiert worden, dass eine Entscheidung wohl erst nach den Landtagswahlen im Mai fallen werde.
Intensiv gekämpft
,„Der Vorstand wollte jetzt eine Entscheidung, damit Ruhe einkehrt", sagte KVWL-Pressesprecher Andreas Daniel. Den Warsteinern attestierte er, „dass sie wie der gesamte HSK-Bereich intensiv gekämpft" haben.
Mit dem vorliegenden Entwurf hat sich die Kassenärztliche Vereinigung deutlich bewegt, denn die ursprünglich geplanten 50 Anlaufpunkte sind auf 63 Notfalldienstpraxen erweitert worden - darunter Warstein. „Das Sauerland ist eine problematische Region", erklärte Daniel. Ziel der Notfalldienstreform sei es, eine optimale Versorgung der Bürger zu gewährleisten und gleichzeitig die Ärzte zu entlasten.Da das Sauerland vergleichsweise dünn besiedelt sei und weniger Ärzte tätig seien, habe man sich zu einer Ergänzung der ursprünglichen Liste entschlossen. Die neue Regelung gilt ab 2011 und wird 2012 erneut auf den Prüfstand kommen.
Fahrdienst wird eingerichtet
Das Notfalldienstzentrum soll nach den bisherigen Plänen an das Krankenhaus Maria Hilf angedockt werden. Daniel: „Die entsprechenden Gespräche werden dazu in Kürze aufgenommen." Außerdem wird ein Fahrdienst von den 220 niedergelassenen Ärzten aus dem Großraum Warstein, Lippstadt und Brilon für Notfälle eingerichtet. Warstein profitiert hierbei sogar von seiner geografischen Lage, dennauch Ärzte aus dem Kreis Soest können hier zum Einsatz kommen.Dr. Hans-Christian Vatteroth, kaufmännischer Leier von Maria Hilf, begrüßt die Entscheidung der KVWL: „Wir sehen das sehr positiv und stehen als Kooperationspartner zur Verfügung." Sollte auchdie Ärztekammer dem Entwurf zustimmen, so sei die medizinische Versorgung nachhaltig gesichert: „Dann haben wir ein hervorragendes Niveau einer wohnortnahen Versorgung", so Vatterroth.
25.02.2010 Quelle: Westfalenpost
Notdienstreform: Warstein schlägt Meschede
Hagen/Südwestfalen. Lange hat die Kassenärztliche Vereinigung an der Reform des Notdienstes getüftelt. Gestern legte sie das Ergebnis vor: Eine Karte mit 33 Bezirken und 63 Praxen.
Bis zuletzt hatten Bürgermeister, Landräte und Abgeordnete immer wieder bei der KVWL vorgesprochen, Bürger Unterschriften gesammelt, Ärzte gemahnt und gestritten. In Sorge um die ortsnahe ärztliche Grundversorgung, aus Furcht vor weiten Wegen. Weil die Kassenärzte Schluss machen wollen mit dem „Flickenteppich” (KVWL-Pressereferent Carsten Schneider) von 180 Notdienstbezirken in Westfalen-Lippe, Schluss auch mit dem Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land. Die hohe Zahl der Notdienste habe die Nachwuchsprobleme der ländlichen Regionen zusehends verschärft, glaubt die KVWL.
„Der Hochsauerlandkreis ist unser Problemgebiet: Viel Fläche, wenig Einwohner, wenig Ärzte.” KVWL-Sprecher Andreas Daniel versteht die Enttäuschung in Meschede: „Die haben Recht!” Weil nun Warstein doch noch eine Notdienstpraxis erhalte, bleibe die benachbarte Kreisstadt Meschede im KVWL-Konzept erst einmal außen vor.
Kleiner Trost für den HSK: Marsberg und Schmallenberg werden Notdienstbezirke mit je eigener Notdienstpraxis. Die Proteste im Ort haben sich somit ausgezahlt. Wobei Daniel betont, Lennestadt etwa sei nachträglich „auch ohne Unterschriftenliste” berücksichtigt worden: „Da waren die Wege einfach zu weit.”
Weite Wege zur nächsten Notdienstpraxis fürchten nun die Mescheder. Die KVWL verweist aber auf den Fahrdienst für immobile Patienten, „und der arbeitet unabhängig von der Notdienstpraxis”, sei somit immer erreichbar, wirbt KVWL-Mann Schneider.
Der Olsberger Landtagsabgeordnete Hubert Kleff denkt weiter: Er sorgt sich um den Bestand der Krankenhäuser in Meschede und Olsberg; diesen gingen ohne angeschlossene Notdienstpraxis Folge-Einnahmen verloren, klagt der CDU-Politiker, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Landtags. Kleff hatte sich für die Einbeziehung aller Krankenhäuser in die Notdienstreform stark gemacht, das wäre doch die für die Bürger naheliegendste Lösung: „Wenn ich ein Krankenhaus in der Nähe habe, fahre ich dahin.” Im Gespräch mit dieser Zeitung kündigt Kleff an, „ganz offiziell” bei der KV vorzusprechen, aber er weiß auch: „Das ist Sache der Selbstverwaltung!”
Die 50 Ärzte in der KVWL-Vertreterversammlung entscheiden am 20. März; nach der grundsätzlichen (allerdings nur knappstmöglichen) Zustimmung im November geht die KVWL-Spitze von einem Ja aus. Nach einem Jahr wird die Reform überprüft. „Wo gehen die Patienten hin, wo ein neuer Standort nötig, wo überflüssig?”, umschreibt Daniel die Fragestellung. Meschede darf also hoffen. In Schleswig-Holstein, Vorbild für die KVWL-Reform, wurden nachträglich zwei neue Standorte geschaffen.
24.02.2010
Mit Blick auf die Umsetzung der Reform des ärztlichen Notfalldienstes in Westfalen-Lippe zum 1. Februar 2011, hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) nun die Standorte für die geplanten Notfalldienstpraxen festgelegt (siehe Übersichtskarte). So werden im gesamten Landesteil 63 Notfall-dienstpraxen für die Versorgung der Notfallpatienten zu den sprechstundenfreien Zeiten eingerichtet – die meisten davon mit direkter Krankenhausanbindung. Durch das neu geschaffene, flächendeckende Netz von Anlaufpraxen wird sich der Notfalldienst
sowohl für die Patienten, als auch für die Ärzte wesentlich übersichtlicher gestalten. Über 90 Prozent der Einwohner in Westfalen-Lippe erreichen die nächstgelegene Notfalldienstpraxis in einem Zeitraum von maximal zehn bis 20 Minuten. Lediglich sechs Prozent der Bevölkerung müssen in dünn besiedelten Gebieten längere Anfahrtswege bewältigen. „Bei der Klärung der Standortfragen standen wir in den
vergangenen Monaten stets im Dialog mit Kommunen, Bürgern und Verbänden. Die nun festgelegten Standorte werden dem Bedarf in Westfalen-Lippe bestmöglich gerecht“, so Dr. Ulrich Thamer,1. Vorsitzender der KVWL. Die ursprünglichen Vorschläge der Fachgremien sahen etwa 50 Anlaufpraxen vor.
Ein weiterer Bestandteil der Notfalldienstreform ist die Einrichtung eines landesweiten Fahrdienstes für Hausbesuche. Dieser wird zudem durch eine in Zukunft einheitliche Rufnummer zu erreichen sein. Dadurch wird gewährleistet, dass auch immobile Patienten eine optimale und wirksame Notfallversorgung erhalten. Ein weiterer Vorteil der Reform: Der ärztliche Fahrdienst funktioniert unabhängig von der Auslastung der Notfalldienstpraxen, so dass „fahrende“ Ärzte nicht in die Behandlungsfälle in den Praxen eingebunden werden.
Die umfassende Reform des ärztlichen Notfalldienstes ist nötig geworden, da viele Ärzte in Westfalen-Lippe bereits heute alltäglich an ihre Leistungsgrenzen bei der Aufrechterhaltung des Notdienstes stoßen. Insbesondere die hohe Dienstfrequenz durch das deutliche Missverhältnis zwischen städtischen und ländlichen Regionen ist
häufig untragbar und verschärft dadurch auch die Nachwuchsproblematik zusehends. So ist in Westfalen-Lippe bereits heute jeder vierte Hausarzt über 60 Jahre alt und wird in den kommenden Jahren aus dem aktiven Dienst scheiden. Auf Grund ihres gesetzlichen Sicherstellungsauftrags ist die KVWL daher zum Handeln gezwungen.
„Die neuen Strukturen werden nicht nur den Ärzten und Patienten auf dem
Land zugute kommen. Auch für meine Kollegen in den Städten und deren Einwohner bedeuten die geplanten Maßnahmen eine Verbesserung bei der ärztlichen Notfallversorgung“, so Thamer. Die Reform bedarf noch der Zustimmung der Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, die am 20. März 2010 tagt.
Das Konzept sieht neben dem allgemeinärztlichen Notfalldienst auch fachärztliche Dienste vor. Die Bürger werden rechtzeitig vor Beginn der Umstellung des ärztlichen Notfalldienstes zum 1. Februar 2011 über die genauen Standorte der Notdienstpraxen, die Öffnungszeiten und die zentrale Notrufnummer der Leitstelle informiert.
Von der Reform des ärztlichen Notfalldienstes ausdrücklich nicht betroffen ist der auf kommunaler Ebene geregelte Rettungsdienst für akute lebensbedrohliche Erkrankungen unter der Rufnummer 112.
Standorte der 63 zentralen Notdienstpraxen in Westfalen-Lippe:
(in alphabetischer Reihenfolge)
Ahaus, Ahlen, Arnsberg
Bad Berleburg, Bad Oeynhausen, Bielefeld, Brakel, Bünde, Bottrop, Bocholt, Bochum, Borken, Brilon
Coesfeld
Datteln, Detmold, Dortmund (2), Dülmen,
Gelsenkirchen (2), Greven, Gronau, Gütersloh
Hagen, Halle, Hamm, Hattingen, Herford, Herne, Höxter
Ibbenbüren, Iserlohn
Lemgo, Lengerich, Lennestadt, Lippstadt, Lübbecke, Lüdenscheid, Lüdingshausen, Lünen
Marl, Marsberg, Minden, Münster
Oelde, Olpe
Paderborn
Recklinghausen, Rheine
Schmallenberg, Schwelm, Schwerte, Siegen, Soest, Steinfurt, Sundern
Unna
Warburg, Warendorf, Warstein, Winterberg, Witten





